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Stephanie Haas:  Gesang, Rezitation, Perkussion
Christoph Haas:  Langhalslaute, Psalter, Glocken, Rahmentrommeln, Perkussion

 
"Seit 1999 arbeitet das Stuttgarter Künstlerpaar Stephanie und Christoph Haas als ENSEMBLE COSMEDIN an neuen Wegen zu alter und ältester, aber auch zu neuer Musik. Ihr Repertoire, dokumentiert auf mehreren CDs, spannt einen Bogen vom vorgregorianischen Choral bis in die Neuzeit. Der Gesang der Solostimme begegnet dabei einem umfangreichen Instrumentarium, dessen Wurzeln in den frühen Hochkulturen des Orients liegen."    (Stephan Rommelspacher, Domkapellmeister Trier)

Spirituelle geistliche Musik des Mittelalters und der Gegenwart
Die Programme entfalten sich in der Spannung zwischen den weiten Gesangslinien und rhythmisch-tänzerischen, aber auch meditativ-zarten Instrumentalkompositionen. Musikauswahl und Textrezitation nehmen bewusst Bezug auf Architektur, Geschichte und Bedeutung des jeweiligen Aufführungsortes.

"Stephanie und Christoph Haas öffnen Fenster zur Spiritualität des Mittelalters. Voller Freude und Klarheit und innerem Tanz. Alles in diesem Singen und Musizieren ist durchdacht und gestaltet - und zeugt von berührender Hingabe. Musik, die nichts behauptet, aber alles bedeutet."    (Hansdieter Werner, Journalist)

Musica / Anima
Mit subtil leidenschaftlichen Interpretationen lädt das Ensemble Cosmedin dazu ein, die meditative Schönheit mittelalterlicher Gesänge neu zu entdecken als "eine sanfte und leuchtende Musik voller Leben" (Dernières Nouvelles Alsaciennes). Frühe Musik klingt hier authentisch und zugleich überraschend neu - und gewinnt dadurch eine unerhörte Intensität.

Hörbeispiel: Alleluia. Haec est domus Domini    (Mailand; Gesang, Glocken, Streichpsalter)

"Wie leidenschaftlich und sensibel man mittelalterliche Vorlagen zu klingendem Leben erwecken kann, beweist das Ensemble Cosmedin mit subtilen, auf gründlichem Studium handschriftlicher Quellen basierenden Interpretationen vorgregorianischer Choräle, Werken von Hrabanus Maurus, Abaelard, Hildegard von Bingen und Leonin."     (Werner M. Grimmel, Komponist)

 

 
Die Quellen neu interpretieren
Für alle, die sich mit Früher Musik befassen, ist intensives Quellenstudium eine notwendige Voraussetzung. Aber die Rekonstruktion historischer Fakten greift zu kurz. Stephanie und Christoph Haas stehen in intensivem Austausch mit Historikern, Literatur- und Musikwissenschaftlern. Sie setzen ihr musikalisch-historisches Wissen, ihr Können und ihre Sensibilität ein, um die musikalischen und textuellen Potentiale mittelalterlicher Musik für heutige Hörer zu entfalten. Ihre musikalische Phantasie entzündet sich immer wieder neu an mittelalterlichen Quellen: karolingische Poesie im antiken Versmaß, frühchristliche Hymnen aus San Giovanni in Laterano, Antiphone der Hildegard von Bingen, Responsorien aus den Klosterbibliotheken von Sankt Gallen und Einsiedeln, Liegeton-Organa aus Notre-Dame de Paris. Ihre Bearbeitungen fügen den mittelalterlichen Kompositionen nichts äußerlich Modisches hinzu, sie lauschen ihnen vielmehr etwas ab. Sind die Melodien und Texte auch mehr als 1000 Jahre alt; der Konzertbesucher spürt: Hier geht es um dich - "tua res agitatur."
 
Hörbeispiel: Alleluia. Non vos relinquam órphanos (Einsiedeln, ca. 1000; Gesang, Streichpsalter, Zimbeln)
 
„Diese Musik atmet gleichermaßen einen wunderbaren, inneren Frieden sowie eine fast überirdische Freude. Die Gesänge und die Instrumentalkompositionen von Christoph Haas vermitteln gleichsam klingende Stille. Zu Herzen gehend die unprätentiöse Hingabe der Interpreten, die der Musik ein Höchstmaß an wohl tuender Authentizität verleihen." (Gabriele Karen Metsker, Journalistin)
 
"In ihrer Performance kommt es zu einer Durchdringung der Geisteshaltungen und Stilwelten: In der Reduktion der Mittel begegnen sich Mittelalter und Gegenwart." (Markus Dippold, Journalist)
 
"Jedem Stück hört das Duo seinen ihm immanenten Gestus ab. Die Grenzen zwischen den einzelnen Stücken zerfließen, öffnen sich in meditatives Raum- und Zeitgefühl, führen zur Inszenierung eines faszinierenden, Zeit und Raum umspannenden Gesamtkunstwerkes." (Badische Zeitung)
 
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Kölner Dom Naumburger Dom Berner Münster St. Michael / Fulda   
Das Ensemble Cosmedin zählt zu den profiliertesten Ensembles für Sakrale Musik des Mittelalters und der Gegenwart. Konzerte u. a. in den Kathedralen von Chartres, Vézelay und Chur, im Kölner Dom, in den Domen zu Mainz, Speyer, Bamberg, Frankfurt, Naumburg und Trier, in der Aachener Pfalzkapelle, in St. Michael/Hildesheim und San Lorenzo Maggiore/Mailand, im Ulmer und Berner Münster, in Ascona, Lugano, Arnhem, Straßburg, Paris, Berlin. Einladungen zu Festivals (Voix et Route Romane, Festival Europäische Kirchenmusik, Hildegard-Herbst Bingen, Nibelungen-Festspiele Worms, Days of Milko Kelemen Kroatien), zahlreiche CDs, TV- und Radio-Features.
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Strasbourg
Église Saint-Étienne
Altenberger Dom Vézelay Bamberger Dom

Instrumente und mittelalterliche Sakralmusik
Die Musik des frühen Christentums wurde von den Gläubigen häufig mit Instrumenten begleitet, obwohl sich Kirchenväter und Bischöfe vehement dagegen aussprachen. Wiederholte Konzils-Beschlüsse gegen die Verwendung von Instrumenten in der Kirche machen deutlich, wie hartnäckig der Widerstand in den Gemeinden gegen dieses Verbot war.
Die instrumentale Begleitung sakraler Gesänge gründete in alten Traditionen (Mesopotamien, Ägyptien, Levante), die in der hellenistischen und römischen Epoche weiterlebten - insbesondere im Spiel der Kithara und anderer Saiteninstrumente in den Hauskirchen der frühen Christen. Vor allem Frauen bewahrten die Erinnerung an Rahmentrommeln als sakrale Kultinstrumente, die auch Platz im christlichen Ritus haben sollten. Noch vor der Orgel waren Glocken ab dem 7. Jahrhundert die ersten Musikinstrumente, die offiziell in die Liturgie eingeführt wurden.
Im Gegensatz zu den meisten ihrer Zeitgenossen plädiert Hildegard von Bingen vehement für den Einsatz von Musikinstrumenten beim Gotteslob. Sie bezieht sich dabei (in "Scivias", 13. Vision des 3 Teils, Nr. 16) ausdrücklich auf den Harfenspieler David. Bei besonderen Anlässen wurden die Gesänge in Hildegards Kloster von Instrumenten begleitet, wie Hildegards Sekretät Wibert von Gembloux bezeugt.

"Stephanie und Christoph Haas haben sich für ein Konzept entschieden, das die Gesänge in einen deutenden instrumentalen Klangraum stellt: Ihr Instrumentarium zeichnet sich - ebenso wie die monodischen Melodien des mittelalterlichen Gesanges - aus durch Grundton-Bezogenheit, Reichtum an Klangfarben und Obertönen. Dieses Konzept übersteigt die übliche historisierende Praxis. Es umrahmt nicht, es ist kein schmückender Zusatz, sondern substantiell."  (Dr. Barbara Stühlmeyer, Musikwissenschaftlerin)

Die Musikinstrumente des Ensemble Cosmedin
Psalter, Langhalslaute und Rahmentrommel entwickelten sich in den frühen orientalischen Hochkulturen Mesopotamiens und Persiens. Ebenfalls im Orient beheimatet, gehörte die Tenorfiedel Rubeba zu den wichtigen mittelalterlichen Streichinstrumenten. Über Byzanz, Spanien und Süditalien kamen diese Instrumente nach Europa. Glocken entstanden in Asien. Auf Initiative von Kaiser Konstantins Mutter Helena gelangten sie über Byzanz nach Rom. Seit 1400 Jahren sind Glocken in Klöstern des deutschen Sprachraums nachweisbar, wo sie sowohl in Choral-Begleitung und Liturgie als auch im Musik-Unterricht des Quadriviums verwendet wurden.

"Stephanie und Christoph Haas halten mit ihren substantiellen Hildegard-Projekten gegen eine spekulative historische Aufführungspraxis dieser Musik. Und sie vermitteln so einen erstaunlich direkten Zugang zu dieser fernnahen Welt des 12. Jahrhunderts. Meditative und ätherische Klänge, die den Gehalt von Hildegards Texten in Töne malen - mit überraschender Reinheit und Schönheit. Sicher - ein Experiment. Indessen, wie es scheint, ein überaus gelungenes."  (Dr. Gaby Beinhorn, SWR 2 Kultur)

 

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